Kunst, Kultur und
Tradition
Mehrere Jahrtausende andalusischer Geschichte haben ein immenses
kunsthistorisches Erbe hinterlassen. Die Alhambra
von Granada, die Mezquita (ehem. Moschee) von Córdoba
oder die Giralda und die Altstadt von Sevilla
sind architektonische Meilensteine der Menschheitsgeschichte.
Doch auch und gerade in den Dörfem und Städten der gesamten
Region spiegeln sich die inspiriertesten Momente der "andalusischen
Kunst" wider
Die prachtvolle Architektur im Zeichen des Islam, der Renaissance
und vor allem des Barock, hat Paläste, Burgen und Klöster
hervorgebracht, die alle andalusischen Provinzen in den Besitz eines
einmaligen kunstgeschichtlichen Erbes gebracht haben. Die Heimat
von Velázquez, Murillo und Picasso nennt Gemälde, Skulpturen,
Schmuckstücke und archäologische Funde ihr eigen, die,
verteilt auf Kathedralen und Kirchen, Paläste, Klöster
und Museen, eine kraftvolle künstlerische Entwicklung bezeugen.
Immer muss man damit rechnen, im entlegensten Dorf auf einen bedeutenden
Altar zu stoßen, auf ein Meisterwerk der Malerei oder ein
Exemplar vollendeter Goldschmiedekunst.
Genauso vielfältig und reichhaltig wie seine Landschaft, sind
die zahllosen Feste, die in Andalusien gefeiert werden. Der andalusische
Festkalender ist eine wahre Enzyklopädie des Brauchtums und
des künstlerischen Ausdrucks in Stadt und Land. Auf den Frühlings-
und Erntefesten, auf jeder Kirchweih, bei jedem Feiertag zu Ehren
des Ortspatrons oder aus Anlaß der Weinlese, auf jeder Wall-
und Pilgerfahrt, zeigen sich feinste Handarbeit, Gastronomie, Musik
und religiöse Glaubensvorstellungen in ihrem vollen Glanz.
Diesen Festregen läutet lautstark der Karneval, diese humorvolle
und sarkastische Karikatur der Alltagswelt ein. In der Karwoche
(Sevilla, Malaga)
verlassen die Skulpturen der Passion ihre Altäre und werden,
einer ewig gleichenden Route folgend, inmitten einer aufwendigen,
barocken Prozession auf prächtig geschmückten Schreinen
durch die Straßen getragen. Fronleichnam ist ebenfalls Anlaß
eines prunkvollen Umzuges. Die sogenannten "Maikreuze"
vereinen auf spektakuläre Weise geistliche und weltliche Festfreude
Der Stierkampf hat in Andalusien seine Wiege und so finden von März
bis November überall "corridas" statt, vor allem
jedoch als Höhepunkte der lokalen Feiertage und "ferias",
den farbenfrohen, kirmesähnlichen Volksfesten, auf denen bis
zum Morgengrauen gesungen und getanzt wird. Hier ist auch Flamenco
zu hören, der ergeifendste Ausdruck der andalusischen Folklore.
Die zahlreichen sommerlichen Flamenco-Festivals offerieren ein reichhaltiges
Programm für alle Geschmäcker.
Die landestypischen Wallfahrten sind festlich-religiöse Ereignisse,
in denen die Natur eine ebensowichtige Rolle spielt, wie die vorchristlichen
Fruchtbarkeitsriten. Nicht nur bei diesen Anlässen zeigt sich
der besondere Reiz der andalusischen Kochkunst, mit ihren erstklassigen,
köstlichen Gerichten und den renommierten Weinen. Küste
und Sierra (Gebirge) bereichern sich gegenseitig. Meeresfrüchte,
unzählige Eintopf- und Wildgerichte, hochwertige Wurst- und
Backwaren bilden das Herz der andalusischen Küche, die das
Erbe des Al-Andalus ist.
Das andalusische Kunsthandwerk schließlich, vollendet den
kulturellen Reichtum dieser Region. Beredtes Zeugnis hiervon sind
die Keramik und Töpferkunst, die kunstvollen Arbeiten in Gold,
Silber und Kupfer, das Schuster- und Sattlerhandwerk, die in Handarbeit
hergestellten Decken, Umhänge und Stickereien, sowie eine lange
Reihe weiterer Erzeugnisse handwerklichen Könnens, angefangen
bei den Möbeln, den Produkten aus Stein und Marmor, Arbeiten
aus Pflanzenfasern und Buchbindereien, bis hin zu wertvollen Musikinstrumenten,
um nur einige zu nennen.
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